Offline passiert einiges in den ganzen Zeitungen der Regionen. Viele nette Worte werden von dort auf in Richtung Oma geschossen. Das schmeichelt uns natürlich, da wir denken, dass ihr lieben Leser genauso viel im Internet unterwegs seid, wie ihr Zeitung lest, ist es uns ebenfalls wichtig, nicht einfach die Communityschiene außer Acht zu lassen und möchten einmal mit Christoph Patjens vom Mitmachmusikportal Rock-Spot.de ins Gespräch kommen. Und das kamen wir auch. Was dabei rumkam? Gibt’s hier:
KS: Hey Christoph. Omas Teich kennst du schon ein paar Jährchen. Vor eurem Projekt Rock-Spot habt ihr euch doch als Norden-Rockt vor Ort rumgetrieben. Richtig oder liege ich da falsch?
Christoph Patjens: Hallo Christian. Ganz genau richtig. Wir waren 2006 das erste Mal bei der Oma zu Gast. Damals zur Berichterstattung für Norden-Rockt. Fotos der Bands machen, Nachberichte, etc. Was man halt als engagierter Medienvertreter so macht
Seit dem kommen wir jedes Jahr gerne wieder.
KS: Wie dem auch sei: Schön das du dir die Zeit für ein wenig Frage Antwort Spielchen genommen hast. Rock-Spot ist eine deutschlandweite Musikcommunity, die 2009 das Licht des Web 2.0 erblickt hat. Ihr seid zu zweit, und habt ein paar Leute um euch rum. Erzähl einmal bitte etwas zu den Entstehungshintergründen.
Christoph Patjens: Wie du eben schon ansprachst, begann die ganze Geschichte 2006 mit Norden-Rockt.de. Mit dem Portal berichteten wir damals für den Landkreis Stade und Cuxhaven über die Regionale Musik Szene. Irgendwann kamen dann immer mehr Inhalte und Anfragen aus entfernteren Regionen dazu.
Der Fokus bei Norden-Rockt lag auf den Belangen der Region. Dieses Merkmal drohte durch immer mehr Inhalte auf der Webseite zu verwässern. Was also tun? Aus der Idee weiterhin für jeden Landkreis nur die relevanten Informationen und Konzertinfos anzubieten entstand die Idee zu Rock-Spot. Heute kannst du per Klick die Region auswählen, in welcher du dich über Konzerte, News und Bands informieren möchtest oder du guckst dir an was es in ganz Deutschland neues gibt. Seit kurzem bieten wir außerdem einen Ticket-Preisvergleich für den Großteil aller auf Rock-Spot gelisteten Konzerte an.
KS: Nun seid ihr seit 2009 auf Festival-Sommer Tour. Ihr kennt sie alle, wart auf den großen Flagschiffen der Freiluftszene, aber genauso eben auch auf den etwas kleineren und gemütlicheren. Wenn du fast den ganzen Sommer im Bus sitzt und von Openairbühne zu Openairbühne rast, frage ich mich, ob das überhaupt noch Spaß macht? Bei all dem Regen, teils unglaublich langen Strecken die ihr fahrt, ohne eigenes Bett, bei Musik die nicht unbedingt hundertprozentig euren Geschmack trifft und ihr ständig voll mit Arbeit seid.
Christoph Patjens: 2009 war wirklich anstrengend. Da waren wir pro Wochenende auf bis zu 4 Festival bei Strecken von 2500 km. Dagegen ist dieses Jahr mit meist nur einem Festival pro Wochenende geradezu entspannend. Du fängt das Touren relativ schnell an als Job zu verstehen. Die ersten paar Wochen ist es vielleicht nach cool und Rock´n´Roll – dann wird’s Arbeit. Vor Ort haben wir haben meist einen straffen Zeitplan, den es einzuhalten gilt. Genauso blendest du die Musik irgendwann aus. Wenn mal ´ne Stunde Leerlauf ist legst du dich eher hin als dir eine Band anzugucken.
Alles in allem ist der Festival Sommer eine super Zeit. Du lernst unheimlich viele nette Leute kennen, siehst und erlebst viel. Außerdem heiratest du in eine große Familie ein – Securitys, Tourmanager und Händler triffst du meist mehrmals in der Saison. Nichts desto trotz bin ich froh wenn ich Anfang September dann mal wieder mehr als 3 Tage die Woche zu Hause bin.
KS: Omas Teich gehört nun ja auch schon nicht mehr zu den ersten Festivals diesen Sommer. Und erst recht seid ihr Ostfriesland erprobt. Warum kommt ihr immer wieder, könntet ihr an diesem Wochenende doch neben Rocken Am Brocken und Soundattack auch wasweißichwo umherlaufen, als bei der Oma.
Christoph Patjens: Wir mögen Ostfriesland einfach. Die Menschen begegnen uns freundlich und sind für Veranstaltungen dankbar. Dies merkt man zum Beispiel am frühen Erscheinen bei Veranstaltungen. Das erlebst du fast nirgends in Deutschland so deutlich. Das Omas Teich Festival ist einfach ein schönes Festival. Von den Besucherzahlen her nicht zu groß und nicht zu klein. Das Line Up ist eine runde Sache und das Ambiente ist einfach nett. Die Organisation ist professionell und doch mit Liebe gemacht und für uns ist es einfach ein sehr angenehmes Arbeiten.
KS: Was denkst du, warum neben euch noch tausende andere kommen, gibt es doch preislich und musikalisch ähnliche Openairs, die nicht unbedingt in der hintersten Ecke Deutschlands liegen, wie es hier der Fall ist.
Christoph Patjens: Ich denke die Besucher entwickeln zunehmend ein Gespür für Qualität. Auch wenn viele Besucher erklärter Weise nur der Party wegen auf Festivals gehen, spielt die Qualität des Festivals mit Sicherheit eine entscheidende Rolle bei der Auswahl.
Wie eben schon erwähnt, ist das Omas Teich ein professionell und doch mit Liebe organisiertes Festival. Die Veranstalter gehen sehr auf die Wünsche der Besucher ein und haben viele innovative Ansätze wie zum Beispiel in diesem Jahr den Baumarkt. Ich denke, der Besucher schätzt einfach die „Familiäre Atmosphäre“ auf dem Festival. Zudem stimmt das Preis-Leistungsverhältnis.
KS: Ihr seid die Spezies auf dem Gebiet online Marketing und Promotion. Was zeichnet ein Festival in diesen Bereich aus. Was feiern eure User bei den Festivals auf eurem Tourstopzettel derzeit am meisten ab? Gästebücher, Chats, oder ist das schon eher so Ende 90er und man damit schon lange nicht mehr up to date, wie der Jugendliche nun sagen würde?
Christoph Patjens: Ein durchdachter Webauftritt gehört auf jeden Fall zu einem erfolgreichen Festival. Dieser sollte nicht bei der einmalig aktualisierten Festival Homepage aufhören. Auch zu denken nur mit einem Gästebuch und Chat ist man vorne mit dabei ist falsch. Genauso ist Web 2.0 ein wichtiges Werkzeug, mit dem mal viel richtig aber auch einiges falsch machen kann.
Das wichtigste Thema ist die Langfristigkeit und Kontinuität der Festival Präsenz. Acht Wochen vor Einlass die Homepage einmal zu aktualisieren und dann den Rest des Jahres nicht mehr anzufassen kann es nicht sein. Ganz wichtig: Nach dem Festival ist vor dem Festival.
Omas Teich liefert ein sehr schönes Beispiel wie es gehen kann. Regelmäßige Blog Einträge, Newsletter und ein durchdachtes Web 2.0 Engagement bescheren dem Besucher einen nachvollziehbaren Informationsfluss und auch im Winterhalbjahr immer mal wieder neues von Oma. Den Klönschnack finde ich sehr spannend, da ich der Meinung bin das Vor-Ort Berichterstattung auf jeden Fall parallel zum Aufbau starten sollte.
Und warum nicht mal was Innovatives ausprobieren, wie zum Beispiel in der Aufbau Woche eine Webcame auf einem sich ständig in Bewegung befindenden Trecker zu befestigen.
KS: Aber ihr könnt eben nicht nur online: Rock-Spot ist mit ein paar Nasen von euch auch offline vor Ort mit dabei. Was macht ihr, worauf kann sich der Besucher freuen? Immerhin seid ihr als Rückenwindgeber ganz groß mit im Geschäft ![]()
Christoph Patjens: Dieses Jahr sind wir auf 12 Festivals mit Promoter Teams vor Ort. Die Jungs und Mädels machen Fotos der Besucher, Bands und Festival Impressionen. Außerdem verteilen Sie kleine Überraschungen an die Festival Besucher. Am besten einfach mal einen der Promoter ansprechen. Auf dem Großteil der von uns begleiteten Festival kümmern wir uns außerdem um gratis Programmhefte – ein Service der immer gut angenommen wird. Als dritten Schwerpunkt kümmern wir uns um die Vor-Ort Berichterstattung für alle daheim gebliebenen.
KS: Du darfst noch eben deine Omas grüßen und alles Weitere, was du den anderen Enkeln mit auf den Weg geben möchtest! Nur wenn dir das am Herzen liegt, versteht sich.
Christoph Patjens: Meine Oma ist leider aus dem Festival Alter raus. An dieser Stelle Respekt an die Omas Teich Oma – die ich übrigens sehr gerne einmal kennen lernen würde. Den Enkeln wünsche ich ein unvergessliches Festival mit all ihren Freunden und Lieblings Bands.
KS: Christoph, Omas Klönschnack wünscht euch ein großartiges Festival, ein paar gute Konzerte und viele neue User!
