Festivalmacher Mario Rolfs kurz vor dem Festival im Gespräch

Ja bitte, da habt ihr das zweite Interview dieser Seiten. Im Gespräch Festivalmacher Mario Rolfs (ganz rechts im Bild) von LAKE Entertainment. Über Vorplanungshindernisse, große Unterstützung aus den Reihen der Helfergruppe, rechtliche Turbulenzen und wie sich ein Festival in dieser Größenordnung ganz sicher feiern lässt. Wir wünschen euch da draußen viel Spaß beim lesen und lasst doch mal hören, wie ihr bisher eure letzten Omas Teich Besuche erlebt habt!

KS: Lieber Mario, es sind noch knapp 18 Stunden, bis die ersten Besucher das Campinggelände betreten. Wo steht ihr gerade und an welchen Stellen legt ihr im Laufe des Tages noch einen Zahn zu?

Mario Rolfs: Ich bin momentan damit beschäftigt, alle Tätigkeiten im Hintergrund zu Koordinieren. Mit der Organisation vor Ort habe ich (leider) nicht mehr so viel zu tun. Ich hatte gerade noch eine Begehung mit unserem Produktionsleiter Merlin, damit wir den Parkplatz und die Kassenbereich rechtzeitig fertigstellen. Wir arbeiten also von außen nach innen.

KS: Ihr macht das Ganze nun nicht zum ersten Mal. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Hürden die ihr nehmen musstet, in diesem Jahr sind es gleich mehrere auf einmal. Wie geht ihr damit um? Ist neben dem Geschehen vor Ort überhaupt noch Platz für soviel Drumherum, was zwar schon ganz klar etwas mit der Realisierung des Festivals, aber eher indirekt mit dem was eure Helfer vor Ort beschicken, zu tun hat? Ihr müsst gleichzeitig ganz klar mit euren Gedanken beim Aufbau, aber trotzdem, wie es in diesem Jahr der Fall ist, auch einen kühlen Kopf bei dem rechtlichen Hin und Her haben. Schwierig, oder?

Mario Rolfs: wir haben uns aufgeteilt und viele tolle Teamleiter und Helfer vor Ort. Auf die können wir uns verlassen, so dass wir den Rücken frei haben um uns um das „Drumherum“ wie Du es nennst zu kümmern.

KS: Wie sieht denn die rechtliche Lage aus? Gibt es noch Überraschungen, oder können die Besucher sich auf ein rechtlich einwandfreies und abgesegnetes Omas Teich freuen?

Mario Rolfs: nein, heute hat uns das dritte Gericht bestätigt, dass wir alle unsere Hausaufgaben gemacht haben und das Festival stattfinden kann. Aber davon waren wir von Anfang an überzeugt. Nach dem Festival werden wir die Geschehnisse evtl. in einem Artikel zusammenschreiben, ist schon kurios, was es mittlerweile für Hürden zu nehmen gilt.

KS: Ich habe gehört, dass ihr sehr viel Zeit damit verbringt, eure Planungen und alle Arbeitsabläufe ständig zu hinterfragen und genauestens auf die Gewährleistung der Sicherheitsbestimmungen zu achten. Nicht erst seit diesem Jahr, sondern wie es mir aufgefallen ist, auch in den Vorjahren. Traurigerweise hört man, wie es auch jüngst der Fall war, viel zu oft, dass sehr nachlässig geplant wird. Warum gibt es bei euch nicht diese unglaublich groben, unverzeihbaren Schnitzer? Mit eurer Größe gehört ihr immerhin lange nicht mehr zu den Kleinen und Massen sind nicht einfach kontrollierbar, Verhalten in der Gruppe schwer abzuschätzen.

Mario Rolfs: wir haben uns sehr viele Gedanken im Vorfeld gemacht. Duisburg hat gezeigt, wie wichtig das ist. Es war uns ein Bedürfnis, eine Stellungnahme dazu abzugeben. Die findet Ihr hier.

KS: Wenn aber etwas abzuschätzen ist, dann die Leistung eurer fleißigen Hände: Schau dir euer Rückrad, Omas Helferinnen und Helfer an, und guck, mit welcher großartigen Motivation sie sich sogar durch die Regenwolken, knallende Hitze und teilweise sehr starkem Stress arbeiten: Was denkst du dann, wo kommt der ganze Antrieb her?

Mario Rolfs: das Festival wäre ohne unsere Helfer nicht möglich. Wir sind wirklich eine Familie, die sich jedes Jahr zum Festival wiedertrifft. Freundschaften sind entstanden, Beziehungen und mittlerweile auch Festivalbabys. Das ist toll, und alle spüren die positive Energie die von unserem Festival ausgeht.

KS: Die Verantwortung die ihr übertragt ist sehr groß, Vertrauen ist unerlässlich. Meinst du andere Festivals haben eine ähnlich starke Bindung zu ihren Helfern wie ihr? Ihr seid im Vergleich ja schon recht familiär…

Mario Rolfs: ich kann da nicht für andere Festivals sprechen. Aber wir wissen, wie wichtig und schön dieses familiäre Flair ist. Gleich zum Beispiel ist das Helfertreffen. Das ist unser kleines Kickoff zum Festivalstart. Alle wissen dann: jetzt geht’s los, bald kommen die ersten Gäste. Das wird dann auch schön noch gefeiert.

KS: … und genau: sehr bunt. Ich habe viele sehr junge Menschen, aber auch deutlich Ältere herumlaufen sehen. Es scheint mir, als würde sich das Alter von 18 bis 50 durchziehen. Wie seid ihr zu eurer Auswahl an Helfern gekommen? Viele werden ja nicht unbedingt erst seit diesem Jahr dabei sein. Trotzdem erkenne ich auch hier und da neue Gesichter, die sich frei genommen haben, um mitzuhelfen.

Mario Rolfs: Ich glaube, das Festival findet seine Helfer von selbst. Jedes Jahr kommen neue Helfer dazu, andere können leider nicht mehr dabei sein, weil sie arbeiten müssen. Ich merke immer, wie schwer es den Leuten dann fällt. Aber als Gäste sind sie immer noch dabei und ich finde, zum Team gehören sie trotzdem irgendwie.

KS: Aber nicht nur um eure Helfer als Strippenzieher macht ihr euch große Gedanken. Im Vorfeld der Aufbauwoche habt ihr viele Defizite aus dem turbulenten letzten Jahr auf einen Zettel geschrieben und die Köpfe zum rauchen gebracht wie man hier und da verbessern kann. Manche Festivals scheinen ja nie aus den Vorjahren zu lernen… Fass doch einmal kurz zusammen, was in diesem Jahr besser funktionieren dürfte, als im Letzten.

Mario Rolfs: das Lager ;-) War ein Scherz, Christian weiß warum

KS: Und über welche kompletten Neuerungen freust du dich besonders? Habt ihr etwas, das es so die Jahre zuvor nicht gab, es aber doch eigentlich schon längst überfällig war?

Mario Rolfs: Der Sanitärcontainer Backstage. Da werden mir alle Helfer zustimmen.

KS: Wovor hast du zu diesem Zeitpunkt festivaltechnisch am meisten nervöses Bauchgrummeln? Ihr als Strippenzieher hinter dem Ganzen seid ja auch keine kalten Maschinen, die durch ein Festival spazieren, als wäre es das einfachste auf der Welt, auf einer gigantischen Fläche für ein Wochenende ausgelassene Feierstimmung unter besten Voraussetzungen zu garantieren…

Mario Rolfs: jetzt verdichten sich diese tausend Kleinigkeiten zu einer Menge Arbeit. Ich glaube jeder will jetzt, dass alles steht, wenn die ersten Gäste anreisen. Der Donnerstag ist am härtesten… Da kommt alles zusammen.

KS: Da du nun auch sicherlich weiter musst, war es das erst einmal bis hier und ich denke wir sprechen uns noch einmal in den nächsten Tagen. Vielen Dank für deine Minuten und eine letzte Antwort von dir für unsere Leser, als Einstimmung auf das Festival: Was sind deine top 3 must see :-) ?

Mario Rolfs: Biffy Clyro, Nada Surf, Frittenbude

KS: Danke. Soweit  vorerst viel Erfolg bei den kommenden Schritten und allzeit kühlen Kopf! Omas Besucher und wir freuen uns!


...und noch 2 Kommentare zu "Festivalmacher Mario Rolfs kurz vor dem Festival im Gespräch"

  1. 2 von 3 sind auch meine top-acts :)

  2. Stefan sagt:

    Kettcar fehlt ganz klar in der Liste :)

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