Hättet ihr das heute sehen können. Nicht nur eure Kinnlade würde unten hängen, unsere tat es ebenfalls. Warum? Am Mittwoch merkt man, wieviel man noch auf dem Zettel hat und dass es ja schon in weniger als 24 Stunden voll wird. Das ist zwar irgendwie ein gutes Gefühl zu wissen, dass die Aufbauarbeiten fast vorbei sind (eher sein müssen). Doch stehen die Arbeiten dann auf einmal sehr unter Druck.
Mitarbeitermotivation stand heute ganz oben mit auf der Liste. Nicht weil schlechte Laune in der Luft liegt, sondern man trotz Hitze nicht träge mit halben Tempo die todos abarbeiten wollte, sondern versuchte dem Sonnenstrahlen zum Trotz noch einen Zahn zuzulegen, um bis zum Abend auf die Zielgerade zu kommen. Heute hat wirklich jeder seine paar Liter ausgeschwitzt und ist mit platten Füßen, langen Armen und schmerzendem Rücken in die Koje gesprungen. Auch wurde heute etwas länger gearbeitet und früher angefangen. Nicht als feste Vorgabe von der Festivalleitung, sondern viel mehr aus dem Grund, dass inzwischen jeder Helfer ein Gefühl für die Arbeitsgeschwindigkeit der Gruppe entwickelt hat und abschätzen kann, wieviel Zeit man noch für Baustelle x bis y aufbringen muss. Und in diesem Fall wird aus einem Langschläfer ein Frühaufsteher, der nach einem fixen Frühstück zur Arbeit jagdt.
Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Kortmann wurden heute Toi Toi Toiltetten aufgestellt, das Merchandisezelt aufgebaut, das DRK hat es sich auf dem Campingplatz gemütlich gemacht, dazu nahmen beide Bühnen, bereits schon jetzt vollgestopft mit Technik, konkrete Formen an und weitere hunderte von Metern Bauzaun wurden gestellt, geschellt oder mit Plane abgehängt. Auch wurden das VIP- und Pressezelt fertig gebastelt, ein Toiletten sowie ein Wagen der schwarzen Brausemarke #1 im Vipbereich ausgerichtet. Die Elektriker gaben ihr bestes in alle Bandgarderoben und dem gesamten Bereich abseits der Bühne Strom zu verlegen. Auf den Parkflächen wurde begonnen Parkmarkierungen zu ziehen, Schilder wurden aufgestellt, die Bändchenausgabe und Gepäckkontrolle eingerichtet und die Festivalgeländeschleuse hochgezogen. Dazu kamen dann noch Rangierarbeiten von Crewwohnwagen auf den seperaten Helfercamping, unsere Jungs von ZH haben sich ebenfalls vor Ort häuslich eingerichtet und die ersten Mitarbeiter vom Gastro Team Bremen schlugen auf. Es wird sicherlich noch vieles mehr passiert sein, mehr befindet sich jedoch nicht in abrufbereitem Zustand in meinem Kopf.
Das Erfreulichste war, dass Omas Teich nun endgültig im Prozess gewonnen hat und das Festival somit ganz klar auf der sicheren Seiten ist. Es folgten Pressetermine und Begehungen vom Gelände. Da man sich einen Überblick von allen versammelten Gesichtern die in irgendeiner Form am Festival mitwirken machen möchte, gab es gegen Abend ein kurzes Helfertreffen mit kleiner Ansprache, Umtrunk, Bändchen und Shirtvergabe sowie Besichtigung des Areals für diejenigen, die bisher noch nicht am Aufbau beteiligt waren und zum ersten Mal ihre Füße auf die neue Festivalstätte setzten.
Wie ihr seht, hatten wir heute ordentlich Programm und morgen wird es ganz sicher nicht weniger. Wenn ihr euch in eure Autos setzt, ankommt und eure Zelte aufschlagt, werden wir noch wie wild am rotieren sein. Davon bekommt ihr nicht allzu viel mit, aber Arbeit gibt es noch an allen Stellen. Wr freuen uns, endlich ist es wieder soweit. Wie lange sich 365 Tage hinziehen können…
